Geprellte Inserenten?
26 Millionen Schweizer Franken zu viel hätten Inserenten für das Schalten von Stellenanzeigen in Schweizer Zeitungen im vorletzten Jahr bezahlen müssen. Zu diesem Schluss kam im vergangenen September ein Artikel im Newsletter des Schweizer Werbe-Auftraggeberverbands (SWA) - eine Aussage, die in der Dezemberausgabe der Publikation gleich noch einmal wiederholt worden ist.
Auf den Betrag von 26 Millionen Franken kommt der Verband, dessen Mitglieder rund 70 Prozent des Schweizer Werbeaufkommens verwalten sollen, wie folgt: Gemäss der Stiftung Werbestatistik Schweiz seien 2002 in Schweizer Zeitungen und Gratisanzeigern Stelleninserate für 320 Millionen Franken geschaltet worden. Dabei betrage der Aufpreis für Stellenanzeigen gegenüber «Annoncen-Inseraten» 8,91 Prozent ==> 26 Millionen Franken (wenn man es nachrechnet, kommt man allerdings auf 28,5 Millionen, aber das spielt ja eigentlich keine Rolle).
Dieser Aufpreis lasse sich durch nichts rechtfertigen, meint der SWA. Er fordert seine Mitglieder deshalb auf, «ihre Stelleninserate 2004 wenn immer möglich dort zu platzieren, wo die Preise gegenüber 2003 nicht erhöht wurden – oder auf andere Werbemittel auszuweichen.» Könnte es sein, dass hier auf die zunehmende Bedeutung des Internets für die Rubrikenmärkte angespielt wird? Im September-Artikel des SWA wurde der Forderung nach «vernünftigen» Preisen nämlich noch durch folgende Aussage zusätzlich Nachdruck verliehen: «Wenn die Zeitungsverleger nun nicht endlich handeln und faire Preise für Stelleninserate offerieren, werden sie zur Kenntnis nehmen müssen, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, Personal zu rekrutieren.»
Update, 6. Februar 2003: Siehe dazu auch «Zeitungen auf der Suche nach Stelleninseraten».