8. Februar 2010

Sparschwein

Tito Tettamanti übernimmt die Basler Zeitung Medien

Die Basler Zeitung Medien teilen mit:

    «Dr. Tito Tettamanti und der Basler Medienanwalt Martin Wagner übernehmen sämtliche Aktien der Familie Hagemann und der PubliGroupe der ‹National Zeitung und Basler Nachrichten AG›, die als ‹Basler Zeitung Medien› (BZM) am Markt präsent ist.

    Tettamanti wird als Mehrheitsaktionär einen Aktienanteil von 75% halten und Martin Wagner 25%. Über die Höhe des Kaufpreises haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. »

Der Basler Medienanwalt Wagner übernimmt das Amt des Verwaltungsratspräsidenten und wird neuer Verleger der «Basler Zeitung». Das gleiche Amt (i.e. VR-Präsident) bekleidet Wagner übrigens auch bei der Weltwoche Verlags AG.

Für Tettamanti stellt die Beteiligung an den Basler Zeitung Medien nach dem Kauf und Wiederverkauf der Jean Frey AG («Weltwoche», «Beobachter», «Bilanz» etc.) das zweite bedeutende Engagement in der Schweizer Medienbranche dar.

Dass es dem 80-jährigen Tessiner Financier bei seinen Medienbeteiligungen nicht nur um den Profit geht, hatte er bereits Ende 2006 im Zusammenhang mit der Übernahme der Jean Frey AG durchblicken lassen (s. hier): Nur zwei Wünsche habe er an die Redaktion: «echt liberal und nicht politisch korrekt» solle sie sein. Im Übrigen habe er noch nie in die Redaktionsfreiheit eingegriffen. Er sei Investor, kein Verleger.

Führt der Trend nun eigentlich wieder in Richtung Meinungs- und Parteipresse?

Update: Tito «the old man with a mission» Tettamanti im «Echo der Zeit»:

    «Gibt es nicht genug Linksradikale in den Medien?»

Siehe auch:
- «Frontal» gegen den «Blick»
- Tettamanti weiss von nichts

5. Februar 2010

Medienschau

Bedauernswerte Tamedia-Wirtschaftsredaktionen

«Jetzt wird es eng für Schweizer Banker»*, titelt «tagesanzeiger.ch» und fasst einen Artikel der «Financial Times Deutschland» (FTD) zusammen, der sich mit möglichen Verfehlungen der Julius-Bär-Tochter JBCT im Zusammenhang mit einem Steueroptimierungsvehikel namens Moonstone-Trust befasst.

Aus verständlichen Gründen ignoriert wurde von den Newsnetzlern dabei die folgende Passage aus dem «FTD»-Bericht:

    «Als Mittelsmann der Kanzlei [Bär & Karrer] tritt Pietro Supino auf, ein Junior Associate. In den Unterlagen, die der FTD vorliegen, taucht mehrmals der Name Supino auf. Er hat etliche Schriftstücke rund um den Moonstone-Trust unterzeichnet. Heute ist Supino Präsident des zweitgrößten Schweizer Verlags, Tamedia. Auf Nachfrage lässt er über einen Sprecher erklären, er könne sich nicht mehr konkret an den Fall erinnern. Seine Nachforschungen hätten aber ergeben, dass er tatsächlich Dokumente den Moonstone-Trust betreffend unterzeichnet habe. Er sei sich aber sicher, dass alle vorgeschriebenen Richtlinien befolgt worden seien.»

Mal schauen, wie's weitergeht. Die Tamedia-Wirtschaftsredaktionen sind jedenfalls nicht zu beneiden.

* Eine neue Version des Artikels gibt's hier (danke Limmatpost). Leider habe ich den ursprünglichen Text nicht «gescreenshottet».

4. Februar 2010

Medienschau

«The new media have disappeared. They are just media now.»

«Guardian»-Chef Alan Rusbridgers Referat vom 25. Januar 2010 ist Pflichtlektüre für alle Verleger, Chefredaktoren und Online-Verantwortlichen (auch wenn Rupert «Dirty Digger» Murdoch zumindest Teile davon offenbar als «BS» [bullshit] bezeichnet hat).

Hier nur ein paar Schnipsel:

    «If you universally make people pay for your content it follows that you are no longer open to the rest of the world, except at a cost. That might be the right direction in business terms, while simultaneously reducing access and influence in editorial terms. It removes you from the way people the world over now connect with each other. You cannot control distribution or create scarcity without becoming isolated from this new networked world. [...]

    To put it another way, it may be right for the Times of London and New York, but not for everyone. It may be right at some point for everybody in the future, but not yet. There is probably general agreement that we may all want to charge for specialist, highly-targeted, hard-to-replicate content. It's the "universal" bit that is uncertain. [...]

    My commercial colleagues at the Guardian – the ones who do think about business models – are very focused on that, want to grow a large audience for our content and for advertisers, and can't presently see the benefits of choking off growth in return for the relatively modest sums we think we would get from universal charging for digital content. Last year we earned £25m from digital advertising – not enough to sustain the legacy print business, but not trivial. My commercial colleagues believe we would earn a fraction of that from any known pay wall model.

    They've done lots of modelling around at least six different pay wall proposals and they are currently unpersuaded. They're looked at the argument that free digital content cannibalises print – and they look at the ABC charts showing that our market share of paid-for print sales is growing, not shrinking, despite pushing aggressively ahead on digital. They don't rule anything out. But they don't think it's right for us now. [...]

    It is one of the clichés of the new world that most scoops have a life expectancy of about three minutes. A valuable three minutes for the FT or the Wall Street Journal if it's market sensitive information. Most people, with most information, and without subscriptions paid for by their companies, are happy to wait.

    If you erect a universal pay wall around your content then it follows you are turning away from a world of openly shared content. Again, there may be sound business reasons for doing this, but editorially it is about the most fundamental statement anyone could make about how newspapers see themselves in relation to the newly-shaped world.

    The internet has, of course, has had a dramatic impact on the economics of newspapers. But it has changed almost everything else as well. The whole world is in the middle of a revolution. This may sound an old-fashioned thing to say, because it has been true for at least 10 years. Things are still changing overwhelmingly and fast; in part, because the first digital generation is still growing up.

    There's been one change so big and obvious in the last decade that we may not have noticed it: the new media have disappeared. They are just media now: the means through which our world must be experienced. No one under 25 can remember a world without them.»

u.s.w. u.s.f.

1. Februar 2010

Sparschwein

«Paywall» spielen

Leider habe ich noch keine Zeit gehabt, das «Paywall»-Tool des «Nieman Journalism Lab» zu testen. Vielleicht will ja aber jemand anders mit den Zahlen von «NZZ Online» «Tagesanzeiger.ch», «blick.ch» etc. herumspielen. Allfällige Screenshots mit Ergebnissen werden hier gerne publiziert.

Play_Paywall.png

29. Januar 2010

Sparschwein

Aus für AP Schweiz

Erst vor wenigen Wochen hat die deutsche Nachrichtenagentur DDP den deutschsprachigen Dienst der Agentur AP übernommen, und schon wird das Schweizer AP-Büro – nicht ganz ohne Zutun der Konkurrentin SDA – geschlossen. 15 Personen sollen die Kündigung erhalten.

Aus der Pressemitteilung der DDP (die SDA-Website ist zurzeit am Boden):

    «Die Schweizerische Depeschenagentur AG (SDA) übernimmt per 1. Februar von der ddp nicht nur deren deutsche Text-Dienste, sondern auch den aus dem englischsprachigen Dienst von AP International produzierten Auslands-Depeschendienst der DAPD für die Schweiz. Im Gegenzug erhält die ddp die Lizenz zur Nutzung des SDA-Dienstes. Das ehemalige AP-Büro in Bern (heute ddp Schweiz) wird in ein Korrespondentenbüro umgewandelt.»

Haben wir es nun mit einem Agenturmonopol zu tun? Rainer Stadler auf «NZZ Online» dazu:
    «Verfügt damit die 1894 gegründete SDA hierzulande über ein Monopol? Sicher verliert sie einen direkten Konkurrenten, der die Nachrichtenlage nach denselben journalistischen Massstäben bearbeitet hat. Allerdings sind die Zeitungen heutzutage bedeutend weniger blind ohne die SDA, als sie es vor der Internet-Ära waren. Jedes journalistische Medium kann heute jederzeit weltweit auf viele Online-Quellen zugreifen und sie weiterverwerten. Es kann darum auch besser vergleichen, ob die SDA gute Arbeit leistet.»

26. Januar 2010

Medienschau

Konzernjournalismus?

«TeleZüri schlägt Schweizer Fernsehen in Sachen Sehdauer», lässt der «Tages-Anzeiger» seine Leserschaft heute wissen:

    «Der Sender hielt 2009 die Zuschauer in seinem Sendegebiet erstmals länger bei der Stange als das Schweizer Fernsehen (SF).»
Bezüglich Sehdauer, wohlverstanden, nicht punkto Reichweite oder Marktanteil - und zwar am Vorabend, zwischen 18 und 19 Uhr.

22. Januar 2010

Sparschwein

Gründungsfieber

Die Berner Oberländer Gossweiler Media AG exportiert ihr bereits bei der «Jungfrau Zeitung» praktiziertes Konzept «Mikrozeitung» in die Innerschweiz. Zu diesem Zweck hat sie mit der im Dezember 2009 gegründeten ONZ Obwalden und Nidwalden Zeitung AG, in deren Verwaltungsrat auch «Jungfrau»-Verleger Urs Gossweiler sitzt, eine Lizenzvereinbarung geschlossen (s. Medienmitteilung), die Gossweiler Media jährliche Lizenzgebühren von 250'000 Franken einbringen wird.

Wie Urs Gossweiler in einem Interview mit Radio BeO bekannt gab, soll die «Obwalden und Nidwalden Zeitung» erstmals am 23. April dieses Jahres erscheinen und 15 neue Vollzeitstellen schaffen.

Zur Finanzierung des Projekts fehlt nun einzig noch die klitzekleine Summe von 3 Mio. Franken, die über eine bis zum 31. März 2010 laufende Kapitalerhöhung beschafft werden soll. Aus der Medienmitteilung:

    «Das Beteiligungsangebot richtet sich in erster Linie an die Ob- und Nidwaldner Bevölkerung, die an einer lokal lebendigen Medienlandschaft interessiert sind und bereit sind, dafür auch zu investieren [...]».

Dem Zeichnungsprospekt zur Kapitalerhöhung (PDF; 14,5MB) sind detailliertere Angaben zu Konzept und Businessplan der geplanten innerschweizer «Mikrozeitung» zu entnehmen.

Wir wünschen gutes Gelingen.

Interview von Radio BeO mit Urs Gossweiler:

***

Bereits am 4. Februar 2010 soll laut Medienmitteilung eine andere Neugründung, die «SportWoche» aus dem Sportverlag Europa, erstmals erscheinen. Ein Interview mit Chefredaktor Marcel Siegenthaler gibt's auf «persoenlich.com».

20. Januar 2010

Medienschau

Kindergarten

«Är hät zerscht» ... «Är hät au» ...:

Schweiz aktuell vom 20.01.2010

Ebenso aufgeregt nimmt Lebrument-Intimfeind und Schawinski-Partner Stefan Bühler auf «persoenlich.com» Stellung zum Konflikt um die umstrittene Radiokonzession für die Region Südostschweiz. Noch ausführlicher äussert sich Bühler zur wahren oder angeblichen Verschwörung auf den Seiten 4-5 des von ihm verlegten Gratisblatts «Bündner Anzeiger» (PDF; 3,8MB).

Da tut Rainer Stadlers abgeklärter Artikel in der gestrigen «NZZ» schon richtig gut: Seldwyla im Internet-Zeitalter

Weshalb ist es eigentlich im Aargau so ruhig? Da hat Roschee doch auch noch ein Eisen im Feuer.

Siehe auch:
- Hahnenkampf
- Lebrument strikes back

Medienschau

Breaking News: «New York Times» will online Geld

    «The New York Times announced Wednesday that it intended to charge frequent readers for access to its Web site, a step being debated across the industry that nearly every major newspaper has so far feared to take.

    Starting in early 2011, visitors to NYTimes.com will get a certain number of articles free every month before being asked to pay a flat fee for unlimited access. Subscribers to the newspaper’s print edition will receive full access to the site.

    But executives of The New York Times Company said they could not yet answer fundamental questions about the plan, like how much it would cost or what the limit would be on free reading. They stressed that the amount of free access could change with time, in response to economic conditions and reader demand.»

Weiter geht's auf «NYTimes.com».

Update (laufend):


19. Januar 2010

Sparschwein

2009: Schwarzes Jahr für die Schweizer Presse

Die an der Inseratestatistik der AG für Werbemedienforschung (Wemf) beteiligten Schweizer Pressetitel mussten im vergangenen Jahr einen Rückgang der Inserateeinnahmen von 20,4% auf nunmehr 1'585,7 Mio. Franken hinnehmen, wie die Wemf in einer Medienmitteilung (PDF, 667KB) bekannt gibt.

Vom Einbruch am stärksten betroffen war mit -30,1% die Kategorie der Finanz- und Wirtschaftspresse, dicht gefolgt von den Sonntagszeitungen (-29,1%).

Nur wenig besser erging es der weitaus grössten Kategorie, den Tageszeitungen (-21,6%), die - wenn ich richtig rechne - 2009 auf dem Inseratemarkt rund 250 Mio. Franken weniger umsetzten als im Jahr zuvor.

16. Januar 2010

Medienschau

Veranstaltungshinweis: «Haiti - die endlose Befreiung»

Aus aktuellem Anlass sei hier auf die Ausstellung «Haiti - die endlose Befreiung» des preisgekrönten Schweizer Fotografen Thomas Kern in der Coalmine Galerie in Winterthur hingewiesen, die vom 20. Januar bis zum 31. März 2010 dauert.
HAITI_Kern_2.jpg
(Libèté, Bel-Air, Port-au-Prince, 2006. Foto: Thomas Kern)

Kerns Bilder können auch in der virtuellen Galerie der Coalmine betrachtet werden, wo u.a. auch die wunderbaren Bilder von Vanessa Püntners «Alp – Porträt einer verborgenen Welt» zu sehen sind.

14. Januar 2010

Sparschwein

Hahnenkampf

Nach Güggel Hanspeter (s. dazu hier) hackt nun auch Hahn Roger munter drauflos. Einige Zitate aus einem «persoenlich.com»-Interview mit Schawinski:

  • «Mich bedrückt, dass ein Mann wie Lebrument immer mehr durchdreht.»

  • «Hingegen ist es immer noch im Dunkeln, wie Lebrument zur Macht über das "Bündner Medienhaus" gekommen ist.»

  • «Ich habe Wichtigeres mit meiner Lebenszeit vor, als mich laufend mit diesem Lebrument zu beschäftigen.»

  • «Lebrument liefert mit seiner jüngsten Aktion weitere Fakten, dass er vor gar nichts zurückschreckt, selbst nicht vor Drohungen und Erpressungen gegen staatliche Institutionen.»

  • «Das Bundesverwaltungsgericht hat mit keinem Wort erwähnt, dass Lebrument zu viele Zeitungen besitzt. Da lügt er faustdick, um auf dieser Basis sein Drohszenario aufzubauen. Es geht nur um die Untersuchungen der Marktmacht und des Missbrauchs.»

  • «Dabei ist Lebrument heute schon der grösste Medien-Subventionsempfänger der Schweiz. Und dann geht er hin und fabuliert als Präsident des Vereins Schweizer Presse vom freien Markt, und dass die Schweiz die beste Medienlandschaft der Welt habe. Das ist alles nur noch erbärmlich.»

  • «Ich habe mein ganzes Leben gegen Monopole gekämpft. Das Monopol von Lebrument ist wahrscheinlich das hässlichste von allen. Und es wird mit jedem Tag hässlicher.»

Mitunter schon fast leidenschaftliche Unterstützung wird Lebrument derweil an der Heimatfront zuteil. So findet es etwa BDP-Nationalrat Hansjörg Hassler laut einem Bericht der «Südostschweiz» (online nicht frei zugänglich) «daneben, wie mit den Verlagshäusern umgegangen werde». In einer Interpellation will er den Bundesrat deshalb auffordern, «die Kriterien für die Beurteilung der angeblich missbräuchlichen und marktbeherrschenden Stellung der Südostschweiz Medien klar zu definieren». (Mehr dazu beim «Klein Report»)

Die BDP Graubünden hat laut «Bündner Tagblatts» (online nicht frei zugänglich) gar mit «Bestürzung davon Kenntnis genommen», dass Lebrument «die Zukunft des Dreititelsystems und damit auch des ‹Bündner Tagblatts›» und der ‹La Quotidiana› in Frage» stellt. Und weiter:

    «So bedauerlich die Folgen einer Nichtkonzessionierung von Radio Grischa - eine Einstellung der ältesten Bündner Tage[s]zeitung und der einzigen rätoromanischen Tageszeitung - auch wären, für die BDP sind die Überlegungen des ‹Südostschweiz›-Verlegers nahvollziehbar. Von einem Missbrauch der Monopolstellung, wie er seitens der ‹konzessionslüsternen› Gruppe [Hervorhebung M.H.] um den Zürcher Medienunternehmer Roger Schawinski ins Feld geführt wird, könne doch keine Rede sein, seien doch die Redaktionen der drei Tagezeitungen nicht nur unabhängig, sondern pflegten auch eine wohltuende redaktionelle Konkurrenz [...]

    In Anbetracht der Tatsache, dass bei dem laufenden Konzessionsstreit die Vielfalt der Bündner Tageszeitungen auf dem Spiel steht, seien alle relevanten Kräfte aus Politik, Wirtschaft und Kultur in diesem Kanton gefordert, sich für deren Zukunft einzusetzen - von der Regierung über die eidgenössischen Parlamentarier querbeet durch die Parteien.»


13. Januar 2010

Sparschwein

Ringier baut ab - und eine Zwischenbilanz der Stellenkürzungen in der Schweiz

    «Klartext [6/2009]: Wie viel Personal werden Sie mit der Einführung des Newsrooms abbauen?
    Walder: Es werden Leute ihren Job verlieren, das ist so. Das ist die offene und ehrliche Antwort.»
    (Das ganze «Klartext»-Interview mit Marc Walder gibt's hier.)

Seit gestern wissen wir es nun genau: 29 «Mitarbeitervollzeitstellen» sollen in Ringiers «Blick»-Gruppe in den kommenden Wochen wegsynergiert werden. Aus der Medienmitteilung:

    «Schlankere Arbeitsabläufe und Synergien führen zu einem Abbau von 29 Mitarbeitervollzeitstellen gegenüber dem aktuellen Mitarbeiterbestand. Der grösste Teil der Synergien im Newsroom entfällt auf Produktion, Layout, Bild und Korrektorat und nicht auf die schreibenden Ressorts.»

Der Berufsverband Impressum geht in einer Medienmitteilung davon aus, dass 40 bis 50 Personen vom Stellenabbau betroffen sein werden, «davon etwa die Hälfte Journalistinnen und Journalisten».


Medienabbauschlacht – eine Zwischenbilanz

Nachdem nun auch Ringier die Katze aus dem Sack gelassen hat, ist es höchste Zeit für eine weitere Zwischenbilanz der Schweizer Medienabbauschlacht. Seit Sommer 2008 wird hier nach bestem Wissen und Gewissen versucht, über den Stellenabbau in der Branche Buch zu führen.

Mehr als 700 Stellen (oft Vollzeitstellen, nicht Arbeitsplätze!) sind so inzwischen zusammengekommen oder besser bzw. schlechter: weggefallen – ein substanzieller Teil davon auf Redaktionen. Gar über 1000 Stellen sind es, wenn die Kürzungen bei der Publigroupe dazugerechnet werden. Das Protokoll:

Abbauschlacht_bis_100112.png

10. Januar 2010

Sparschwein

Lebrument strikes back

Mit Urteil vom 3.12.2009 (PDF) hat das Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde von Roger Schawinski und Partnern gegen die Erteilung einer Radiokonzession an Hanspeter Lebruments Radio Grischa gutgeheissen. Das Gericht wies das Bakom an, eine Neubeurteilung der Konzessionsvergabe vorzunehmen und

    « – allenfalls mittels Konsultation der WEKO – zu prüfen [...], ob die Beschwerdegegnerin [i.e. die Südostschweiz Radio AG] die Meinungs- und Angebotsvielfalt (Art. 44 Abs. 1 Bst. gRTVG) gefährdet.» (Ebenfalls gutgeheissen wurden vergleichbare Beschwerden gegen die Konzessionsvergaben an das zur AZ Mediengruppe gehörende Radio Argovia sowie an Lokalfernsehsender Tele Ostschweiz der St. Galler Tagblatt Medien AG. )

Verleger Lebrument geriet darob mächtig in Rage. Bereits am 18.12.2009 liess er in einem Interview mit seiner «Südostschweiz» verlauten (online nicht frei zugänglich):

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9. Januar 2010

Medienschau

SF auf Reisen

Auffallend viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schweizer Fernsehens waren in der zurückliegenden Woche auf SF1 im Service ihres Publics in wärmeren Gefielden unterwegs:

Für einen Beitrag zum «Medizinmekka Schweiz» (Video) nahm «Puls»-Moderatorin Nicole Westenfelder eine Reise nach Dubai auf sich:
Puls_Dubai.png
(Screenshot ab SF-Video)


Für «10 vor 10» mühten sich «Daniela Lager und ihr Team» drei Wochen lang auf und entlang dem Mekong ab:
10vor10_Mekong.jpg
(Bild: SF)


Und nicht zum ersten Mal stattete das Schweizer Fernsehen Ex-Kollegin Jana Caniga einen Besuch in der Karibik ab. Die Bürde hatte diesmal «Röbi Koller mit einem SF-Team» zu tragen (Video):
Koller_Caniga.png
(Screenshot ab SF-Video)

Mediensatz

iPad-Hype: Wie sich Journalismus und Verlage überflüssig machen

Von Stephan Russ-Mohl

Nach der Schweinegrippe und der «Schneekatastrophe», die eigentlich bislang nichts weiter war als ein ganz normaler Winter, wurden wir letzte Woche von einem ganz anderen Medien-Hype heimgesucht. Über Tage hinweg eroberten Steve Jobs und Apple mit ihrem iPad die Titelseiten und beschäftigten obendrein die Feuilletons und die Wirtschaftsredaktionen.

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| Bemerkungen (5)

Jonet-Medienlog

  • 08.02.: Die Macht der Worte: Journalist Juan Pablo Cardenas legt sich mit Chiles neuer Regierung an (Berliner)
  • 08.02.: Finanzkrise und die Medien: "Kein Journalist kannte die Risiken" (Zeit)
  • 08.02.: BBC: Zu viel Macht, wenn es nach Luke Johnson geht (Guardian)
  • 08.02.: TV-Konzerne: Primera steht hinter ProSiebenSat1 (Horizont)
  • 08.02.: Interview: Journalist Enrico Mentana über Pressefreiheit in Italien (NZZ)
  • 08.02.: Schweiz: Baseler Zeitung wird verkauft (NZZ)
  • 07.02.: Krise: Sat1 fehlt eine Strategie (Tsp)
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